Konsultation im Rahmen von more capacity

Die Konsultation

Auf Basis der Ergebnisse der Marktbefragung im Jahr 2015 haben die beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber (more capacity-FNB) im Rahmen von technischen Studien Angebotslevel erstellt, die in der Jahresauktion 2017 auf der Primärkapazitätsplattform PRISMA auktioniert werden sollen. Die more capacity-FNB haben unterdessen Vorverträge entwickelt, mit denen Transportkunden (TK) unter anderem sicherstellen können, dass die nötigen Kapazitäten in der Jahresauktion unter Berücksichtigung der Reservierungsquoten auch tatsächlich angeboten werden.


Wie wird konsultiert?

Die vierwöchige Konsultation startet am 5. August 2016. Bis zum 2. September 2016 haben die Marktteilnehmer Zeit, ihre Stellungnahme unter kontakt(at)more-capacity.eu in Deutsch oder Englisch einzureichen. Im Anschluss an die Konsultation werden die finalen Vertragsmuster auf der Internetseite des jeweiligen more capacity-FNB veröffentlicht. 


Was wird konsultiert?

Gegenstand der Konsultation sind der Vorvertrag sowie die Ergänzenden Geschäftsbedingungen (EGB) für die Zuteilung neuer technischer Kapazitäten


Warum Vorverträge?

Das  Ergebnis der Marktbefragung more capacity begründet den Bedarf zusätzlicher Transportkapazitäten und damit einen Netzausbau an ausgewählten Marktraumgrenzen des GASPOOL-Marktgebiets. Um dies im angefragten Zeitraum bereitstellen zu können und zugleich sicherzustellen, dass im fortlaufenden Prozess zuerst Bestandskapazitäten und danach neue technische Kapazitäten vermarktet werden, ist der Abschluss von Vorverträgen zwischen den TK und dem jeweiligen more capacity-FNB notwendig. 

Durch den Abschluss eines Vorvertrags über die für einen wirtschaftlichen Ausbau notwendigen Kapazitäten wird den TK als auch den more capacity-FNB die erforderliche Sicherheit gegeben, dass die gewünschten Kapazitäten in der Jahresauktion angeboten bzw. nachgefragt werden. 

Ergänzende Geschäftsbedingungen (EGB) komplettieren den Abschluss des Ein- und Ausspeisevertrags für neue technische Kapazitäten und werden daher ebenfalls konsultiert. 


Wie werden die Kapazitäten im Rahmen der Vorverträge zugeteilt?

Um einen preisgünstigen und effizienten Netzausbau und -betrieb zu gewährleisten, sind zuerst Bestandskapazitäten und erst danach die neuen technischen Kapazitäten zuzuteilen. Zur Abstimmung zwischen more capacity-FNB und TK über die zu buchende Kapazität wird das Nachfrageformular auf Basis der Anlage des Vorvertrags genutzt. Bei der Zuteilung der Kapazitäten achten die more capacity-FNB darauf, dass der Transportbedarf zuerst durch die Ausbuchung der Bestandskapazitäten an einer Marktraumgrenze sichergestellt wird. Falls ein more capacity-FNB durch fehlende Bedarfsmeldungen die Ausbuchung seiner Bestandskapazität an einem Marktübergangspunkt nicht gewährleisten kann, meldet er den an derselben Marktraumgrenze tätigen more capacity-Partnern den Fehlbetrag. Die more capacity-FNB teilen daraufhin den ihnen mitgeteilten Bedarf untereinander solange auf, bis alle Bestandskapazitäten an der gleichen Marktraumgrenze im Rahmen der Vorverträge vergeben sind. Falls mehrere TK bei einem more capacity-FNB ihren Bedarf gemeldet haben, werden die Bedarfsmeldungen der TK ratierlich an einen an der gleichen Marktraumgrenze tätigen more capacity-FNB übertragen. Der Anteil eines TK errechnet sich wie folgt:

FNBMR: FNB an der gleichen Marktraumgrenze
n = Anzahl der Transportkunden, die einen Bedarf gemeldet haben

Der Bedarf eines TK nach neuen technischen Kapazitäten bei einem more capacity-FNB errechnet sich dann durch die Differenz des von ihm gemeldeten Gesamtkapazitätsbedarfs, der zu buchenden Bestandskapazitäten und der an einen anderen more capacity-FNB an der gleichen Marktraumgrenze übertragenen Kapazität: 

Jeder more capacity-FNB teilt den Bedarf eines TK nach neuen technischen Kapazitäten den von ihm bestimmten Angebotslevel an neuen technischen Kapazitäten zu. Sollte die Nachfrage nach neuen technischen Kapazitäten bei einem more capacity-FNB höher sein als das jeweilige Angebotslevel, verteilt der FNB sein Angebot an neuen technischen Kapazitäten ratierlich auf die bei ihm eingegangenen Anfragen aller TK. Als Bezugsgröße für eine ratierliche Aufteilung gilt der initial gemeldete Gesamtkapazitätsbedarf aller TK, so dass die dem TK zugeteilten neuen technischen Kapazitäten wie folgt berechnet werden:

Jeder more capacity-FNB behält sich vor, bei absehbar abweichender Nachfrage seine Angebotslevel entsprechend anzupassen. 

Sofern der Bedarf eines TK nach neuen technischen Kapazitäten durch einen more capacity-FNB nicht voll bedient werden kann, hat er die Möglichkeit, erneut neue technische Kapazitäten bei einem anderen more capacity-FNB an der gleichen Marktraumgrenze anzufragen. Der TK nutzt auch im Falle einer erneuten Bedarfsmitteilung das Nachfrageformular

Das Nachfrageformular mit abgestimmten Bestandskapazitäten und abgestimmten neuen technischen Kapazitäten ist Anlage des Vorvertrags.


Wann kommt der Vorvertrag zustande?

Der more capacity-FNB wird im Anschluss an den Abstimmungsprozess dem TK den Vorvertrag mit Anlagen zukommen lassen. Der TK unterzeichnet diesen und sendet den Vorvertrag nebst Anlagen an den jeweiligen FNB zurück.

Der Vorvertrag wird durch die Gegenzeichnung vom more capacity-FNB geschlossen. Nach Abschluss aller Vorverträge veröffentlicht der more capacity-FNB die aggregierten Ergebnisse pro Netzpunkt auf www.more-capacity.eu.


Wann und wie werden die Auktionen stattfinden?

Im Rahmen der Jahresauktion im März 2017 finden die Auktionen für Bestandskapazitäten und  neue technische Kapazitäten parallel statt. Dabei werden neue technische Kapazitäten in Abstimmung mit ausländischen Netzkopplungspartnern nach Möglichkeit für einen Zeitraum von 25 Jahren ab der Inbetriebnahme der dafür geschaffenen Infrastruktur vermarktet. Der jeweilige more capacity-FNB kann, nach erfolgreichem Abschluss der notwendigen Kapazitäten über Vorverträge, je nach Grenzübergangspunkt verschiedene Angebotslevel anbieten. 

Der TK hat die Verpflichtung, initiale Gebote in der in den jeweiligen Vorverträgen mindestens abgestimmten Höhe abzugeben. Werden mehrere Angebotslevel angeboten, so verpflichtet sich der TK, initiale Gebote für alle vom jeweiligen more capacity-FNB offerierten Angebotslevel in der ersten Auktionsrunde abzugeben. Er ist über die Vorverträge verpflichtet, in weiteren Jahres- sowie den nachfolgenden Quartalsauktionen initial Gebote für jene Kapazitäten abzugeben, die durch die Vorgabe von Reservierungsquoten in der Jahresauktion 2017 nicht vermarktet werden können.

Rechte und Pflichten der Vertragsparteien sind in den Ergänzenden Geschäftsbedingungen (EGB) für neue technische Kapazitäten aufgeführt.

Im Anschluss an die Jahresauktion entscheidet der more capacity-FNB im Rahmen einer wirtschaftlichen Betrachtung, welches Angebotslevel als Basis für einen Ausbau gelten soll.